Japan bereitet eine umfassende Überarbeitung der Steuerregelung zur Unterstützung seiner nationalen internationalen Schifffahrtsbranche vor. Die Behörden des Landes betrachten die Kontrolle über Schiffe und Seetransporte zunehmend als eine Frage der wirtschaftlichen Sicherheit.
Das Seeverkehrsbüro des japanischen Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus teilte mit, dass es beabsichtige, vier zentrale steuerliche Maßnahmen für die internationale Schifffahrt im Rahmen der Beratungen über die Steuerreform für das Haushaltsjahr 2027 als einheitliches Paket zu behandeln.
Zu diesen Maßnahmen wird auch die japanische Tonnagesteuerregelung gehören. Detaillierte Vorschläge sollen gemeinsam mit einer Expertenkommission und den Steuerbehörden des Landes ausgearbeitet werden.
Schifffahrt als Bestandteil der wirtschaftlichen Sicherheit
Tokio ändert seinen Ansatz bei Steuervergünstigungen für die Schifffahrt: Sie werden zunehmend nicht mehr mit der üblichen Förderung der Branche, sondern mit der Notwendigkeit verknüpft, im Falle geopolitischer Krisen ausreichende Seetransportkapazitäten sicherzustellen.
Nach Angaben des Seeverkehrsbüros soll die bestehende Tonnagesteuerregelung internationale Seetransporte durch die japanische Handelsflotte gewährleisten und die wirtschaftliche Sicherheit stärken. Ähnliche Argumente bilden die Grundlage für ermäßigte Registrierungssteuern und Steuern auf Anlagevermögen für qualifizierte japanische Schiffe, die auf internationalen Routen eingesetzt werden.
Japan hat im vergangenen Monat einen speziellen Expertenausschuss zur Überprüfung der künftigen Steuerstruktur für die internationale Schifffahrt eingerichtet.
Unterstützung des Schiffbaus und der Flottenreparatur
Die Steuerreform wird Teil eines umfassenderen Programms zur Entwicklung der maritimen Industrie sein. Gleichzeitig unterstützen die japanischen Behörden den Ausbau der inländischen Schiffbaukapazitäten, die Wiederaufnahme des Baus von LNG-Tankern, die Entwicklung von Schiffen der nächsten Generation und die Stärkung der Infrastruktur für Schiffsreparaturen.
Die bestehenden steuerlichen Anreize zielen bereits darauf ab, dass japanische Reeder Schiffe im eigenen Land bauen und dort registriert halten. Die derzeitigen Vorschriften zur Sonderabschreibung sehen höhere Abzüge für Schiffe vor, die die festgelegten Anforderungen erfüllen, sowie zusätzliche Vorteile, wenn sie auf zertifizierten japanischen Werften gebaut werden.