
Im Rahmen globaler Bemühungen zum Schutz der Ozeane können Regionen, die bereits strenge Umweltstandards eingeführt haben, als Vorbild für nachhaltige Veränderungen dienen, so das Unternehmen Thordon Bearings.
Am 17. Januar 2026 trat das Abkommen über die Hohen See in Kraft, das eine neue Ära des Schutzes der Ozeane der Erde einleitete. Dieses erste globale, rechtlich verbindliche Dokument zum Schutz der marinen Biodiversität in internationalen Gewässern legte neue Regeln für die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Schaffung von Meeresschutzgebieten fest, was einen wichtigen Schritt zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung darstellt.
Obwohl dieses Bemühen lobenswert ist, haben viele Staaten bereits entschlossene Maßnahmen zum Schutz von biodiversen und empfindlichen marinen Gebieten auf nationaler und regionaler Ebene ergriffen. Ein herausragendes Beispiel sind die Großen Seen, die an der Grenze zwischen den USA und Kanada liegen und etwa ein Fünftel des Süßwassers auf dem Planeten enthalten. Diese ökologisch sensiblen Seen unterliegen seit Jahrzehnten strengen Umweltstandards, die die Grundlage für größere internationale Initiativen wie das Abkommen über die Hohen See bilden.
Regionale Vorschriften stellen auch Anforderungen an die Aktivitäten in den Großen Seen. Im Jahr 2013 führte beispielsweise die US-Umweltschutzbehörde (EPA) Regeln für allgemeine Genehmigungen für Schiffe (VGP) ein, die eine Reihe von Anforderungen für kommerzielle Schiffe, die in US-Gewässern operieren, darstellen. Diese Regeln zielen darauf ab, die Umweltauswirkungen zu minimieren und nachhaltige Entwicklung zu fördern, indem sie ein breites Spektrum von "Entlassungen, die mit dem normalen Betrieb eines Schiffes verbunden sind", abdecken.
Zu den wichtigsten Anforderungen der VGP gehören strenge Beschränkungen für "Öl-Wasser-Schnittstellen", einschließlich Heckrohre, Lager und Dichtungen, um eine Ölverschmutzung während des normalen Betriebs von Schiffen zu verhindern. Die Regeln verlangen, dass Schiffe mit einer Länge von 79 Fuß (24 m) und mehr, die in den Großen Seen fahren, umweltfreundliche Schmierstoffe (EAL) verwenden, d.h. Schmierstoffe, die biologisch abbaubar, wenig toxisch und vor allem nicht in den Geweben aquatischer Organismen anreichern.
Dies ist besonders wichtig, da selbst kleine Ölverschmutzungen aus den Lagern von Schiffen zu einer langfristigen Kontamination der Nahrungskette der Großen Seen führen können. Infolgedessen haben viele Schiffsbetreiber begonnen, Systeme mit Meerwasser geschmierten Lagern zu erforschen und einzuführen, die das Risiko von Ölverschmutzungen vollständig ausschließen. Diese Systeme sind nicht nur umweltfreundlich, sondern können auch Geld sparen, da sie die Wartungsintervalle erheblich verlängern und die Anzahl der Inspektionen und Dokumente reduzieren, die zur Bestätigung der Einhaltung der Vorschriften erforderlich sind.
Die Großen Seen sind von besonderer Bedeutung für das kanadische Unternehmen Thordon Bearings, dessen Hauptsitz in Burlington am Ufer des Ontariosees liegt. Obwohl Thordon Kunden auf der ganzen Welt hat, bleiben die Großen Seen für das Unternehmen von besonderer Bedeutung; seine Systeme mit wasser geschmierten Lagern sind auf mehr als 120 Schiffen installiert, die in diesen Gewässern operieren.
Craig Carter, Vizepräsident für Geschäftsentwicklung bei Thordon Bearings, erklärt: „Unsere Polymerlager reduzieren die Betriebskosten, verlängern die Lebensdauer, funktionieren gut unter abrasiven Bedingungen und schließen das Risiko von Öl- und Schmierstoffentlassungen in unsere Flüsse, Seen und Ozeane aus. Die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile sind offensichtlich.“ Laut Studien, die der IMO vorgelegt wurden, entlassen traditionelle ölgeschmierte Propellerlager jährlich etwa 80 Millionen Liter Öl in die Ozeane und Seen.
Carter ist auch besorgt über die seltsame Tendenz der Schifffahrtsbranche, sich auf die Reduzierung von Emissionen in die Atmosphäre, wie CO2, NOx und Sox, zu konzentrieren, während die Auswirkungen von „unsichtbaren“ Leckagen aus ölgeschmierten Lagern und Heckrohren unter Wasser weitgehend ignoriert werden.
„Um die Nachhaltigkeit der Ozeane voranzutreiben und tatsächlich null Emissionen von Schiffen zu gewährleisten, muss die Branche ölgeschmierte Lager durch Systeme ersetzen, die mit Meerwasser geschmiert werden“, warnt Carter.
Die Umweltvorschriften für die Großen Seen gehen weit über die VGP-Regeln hinaus und umfassen Kontrollen durch die US-Küstenwache und die kanadische Küstenwache sowie Organisationen wie Ecology Canada und Transport Canada.

