Nach Angaben von SAFETY4SEA haben die Unternehmen Vitol Bunkers und Olam Agri die erste Bio-Bunkering-Operation in Singapur mit very low sulphur fuel oil (VLSFO) abgeschlossen, der mit cashew nutshell liquid (CNSL) co-verarbeitet wurde.
Lieferung und Fahrtstrecke
Im Rahmen des Tests wurden 246.5 Tonnen co-verarbeitetes VLSFO für das Schiff MV Scion Mathilda im Hafen von Singapur bereitgestellt. Davon:
- 212 Tonnen Standard-VLSFO;
- 34.5 Tonnen VLSFO, co-verarbeitet mit CNSL.
Die Lieferung wurde von Vitol Bunkers durchgeführt, während der Einkauf von der Schifffahrts-Chartergesellschaft Olam Agri organisiert wurde.
Nach dem Bunkern fuhr das Schiff eine Ladungsfahrt von Caofeidian, China nach Rotterdam, Niederlande, danach im Leerzustand nach Barcarena, Brasilien. Für den gesamten Lauf wurden folgende Verbräuche erfasst:
- 1,354 Tonnen VLSFO;
- 101 Tonnen marine gas oil (MGO);
- 34.1 Tonnen co-verarbeitetes VLSFO.
Ergebnisse und Bedeutung des Vorgangs
Nach Angaben der Unternehmen endete die Fahrt ohne Betriebsstörungen. Es wurde eindeutig bestätigt, dass der Treibstoff ohne zusätzliche Bordbehandlung eingesetzt werden konnte und ohne Änderungen im üblichen Umgang mit Treibstoffen auskommt.
Ein zentraler Punkt des Projekts ist der Ansatz beim CNSL: Die direkte Beimischung von CNSL in Treibstoff galt wegen Fragen zur Materialverträglichkeit und Handhabung als umstritten. Die Co-Verarbeitung von Rohstoff im Raffinerieprozess schafft einen alternativen Weg zur Nutzung von CNSL im Schiffstreibstoff bei Erhalt der VLSFO-Eigenschaften.
Das erhaltene Produkt entspricht der Kategorie RMG380 VLSFO und hat dieselbe chemische Zusammensetzung und Qualität wie herkömmliches VLSFO. Dadurch kann es laut den Unternehmen ohne zusätzliche Genehmigungen und ohne besondere Klauseln in Charterpartien eingesetzt werden.
Die Projektbeteiligten wiesen darauf hin, dass diese Mass-Balance-Lösung einen skalierbaren Weg für den Einsatz von CNSL eröffnet – einem Nebenprodukt der Cashewnussverarbeitung – für die Dekarbonisierung der Seeschifffahrt, insbesondere vor dem Hintergrund verschärfter Umweltauflagen bis 2030 und zunehmender Konkurrenz um nachhaltige Biore-ssourcen.