Die Vertragsstaaten des Verhaltenskodex von Dschibuti und der Dschidda-Änderung (DCoC/JA) treiben eine Initiative zur Einrichtung einer gemeinsamen DCoC-Einsatzgruppe voran. Sie soll angesichts des Wiederauflebens von Piraterie und bewaffneten Raubüberfällen im westlichen Indischen Ozean und im Golf von Aden die Zusammenarbeit im Bereich der maritimen Sicherheit stärken.
Der DCoC-Lenkungsausschuss empfahl auf einer außerordentlichen Sitzung am 29. Juli die Bildung einer solchen Gruppe. Die nationalen DCoC-Kontaktstellen unterstützten den Vorschlag am 5. August, woraufhin die Arbeitsgruppe 3 damit beauftragt wurde, die für die Umsetzung der Initiative erforderliche Einsatzstruktur und die entsprechenden Mechanismen zu entwickeln.
Koordinierung maritimer Operationen
Die Einsatzgruppe soll den beteiligten Küstenstaaten die Durchführung koordinierter maritimer Operationen ermöglichen. Dabei wird sie die bestehenden internationalen Sicherheitsbemühungen ergänzen, darunter die Aktivitäten der Combined Maritime Forces, der Combined Task Force 151 und der Seestreitkräfte der Europäischen Union (EU NAVFOR).
Ein Kernelement der Initiative soll die Stationierung von Offizieren der Küstenstaaten an Bord der an den Einsätzen beteiligten Kriegsschiffe sein. Dies dürfte die Interoperabilität erhöhen, das maritime Lagebewusstsein verbessern und die Koordinierung zwischen den verschiedenen Rechtsordnungen erleichtern.
Rechtliche Mechanismen und Schutz der Seeleute
Die Arbeitsgruppe 3 wird außerdem Empfehlungen für die Schaffung eines regionalen Rechtsrahmens ausarbeiten, der die Überstellung, die Untersuchung von Fällen und die strafrechtliche Verfolgung von Piraterieverdächtigen regelt. Die Vorschläge werden zunächst dem Lenkungsausschuss vorgelegt und anschließend auf der neunten hochrangigen DCoC/JA-Tagung erörtert.
Der DCoC-Vorsitzende rief erneut zur sofortigen und bedingungslosen Freilassung der auf Schiffen festgehaltenen Seeleute auf, darunter auf der MT Honour 25, der Sward, der MV Eureka und der MT Asana. Er betonte, dass die Sicherheit und das Wohlergehen der Seeleute weiterhin im Mittelpunkt der regionalen Bemühungen zur Bekämpfung der Piraterie stehen.
„Gemeinsam können wir nachhaltige regionale Kapazitäten schaffen, die Seeleute schützen, die Freiheit der Schifffahrt gewährleisten und die langfristige maritime Sicherheit im westlichen Indischen Ozean und im Golf von Aden stärken“, erklärte Metse Ralefenya, Vertreter der Republik Südafrika und Vorsitzender des Verhaltenskodex von Dschibuti und der Dschidda-Änderung.
Während der Beratungen über die Initiative gingen am 17. August etwa vier Seemeilen südlich von Mareyo in Somalia acht bewaffnete Unbefugte an Bord eines Frachtschiffes und brachten es unter ihre Kontrolle.