Das US Army Corps of Engineers hat die bundesrechtliche Genehmigung für den Bau des Louisiana International Terminal (LIT) erteilt. Die Entscheidung beseitigt eines der wichtigsten regulatorischen Hindernisse für die Umsetzung des Projekts eines Tiefwasser-Containerterminals am Unterlauf des Mississippi.
Das neue Terminal wird im St. Bernard Parish von Grund auf neu errichtet. Es wird die größten Containerschiffe aufnehmen können, die US-Häfen anlaufen, und den Zugang des Hafens von New Orleans zum internationalen Containerverkehr erweitern.
Das Projekt wird im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen dem Hafen von New Orleans, Terminal Investment Limited – der Investmentsparte der Mediterranean Shipping Company – und dem Betreiber Ports America umgesetzt.
Der Standort ermöglicht die Abfertigung von Schiffen mit einer Kapazität von mehr als 16.000 TEU
Der Standort flussabwärts von New Orleans wurde unter Berücksichtigung der Einschränkungen der bestehenden Hafeninfrastruktur ausgewählt. Die größten modernen Containerschiffe können die bestehenden Terminals von Port NOLA wegen der durch die Brücken der Crescent City Connection bedingten Höhenbeschränkungen nicht erreichen.
Das LIT wird unterhalb dieser Brücken errichtet, sodass das Terminal ohne derartige Einschränkungen Schiffe mit einer Kapazität von mehr als 16.000 TEU aufnehmen kann. Das Projekt erhält zudem Zugang zur 50 Fuß tiefen Fahrrinne des unteren Mississippi, zu großen Eisenbahnstrecken und zum Netz der Interstate Highways. Dadurch wird eine Verbindung zu den Märkten von mehr als 30 Bundesstaaten geschaffen.
Die Präsidentin und CEO von Port NOLA, Beth Branch, erklärte, dass die Erteilung der Genehmigung die Ergebnisse jahrelanger Ingenieurarbeit, Umweltprüfungen und Partnerschaften in die Praxis überführe. Ihren Worten zufolge gehe es nicht nur um eine regionale Erweiterung des Hafens, sondern auch um eine Infrastruktur von nationaler Bedeutung, die die Exportmöglichkeiten der USA steigern könne.
Die Projektkosten wurden auf 1,8 Milliarden US-Dollar geschätzt
Der Bau des LIT wurde erstmals 2022 angekündigt. Damals wurden die Projektkosten auf 1,8 Milliarden US-Dollar und die geplante Umschlagkapazität nach Abschluss aller Bauphasen auf 2 Millionen TEU pro Jahr geschätzt.
Ports America und Terminal Investment Limited verpflichteten sich, 800 Millionen US-Dollar in die Entwicklung des Terminals zu investieren. Weitere Finanzmittel werden von Port NOLA sowie von den Behörden des Bundesstaates und der Bundesregierung erwartet.
Im Jahr 2020 erwarb der Hafen von New Orleans für das Projekt mehr als 1.200 Acres Land in Violet im US-Bundesstaat Louisiana. Rund 400 Acres sollen für das eigentliche Terminal, die zugehörige Infrastruktur und Pufferzonen vorgesehen werden.
Louisianas Gouverneur Jeff Landry bezeichnete die Erteilung der Genehmigung als wegweisendes Ereignis nicht nur für den Bundesstaat, sondern für das gesamte Land. TiL-CEO Ammar Kanaan hob seinerseits die strategische Bedeutung des Projekts für das globale Portfolio des Unternehmens und das Potenzial des Mississippi-Korridors für den Aufbau von Tiefwasserkapazitäten von Weltrang hervor.