Im Beitrag kehrt der Autor zu seinem ersten Kontakt mit dem Jones Act zurück: Er hörte davon 1976 von seinem Vater, der gerade in die amerikanische Schifffahrtsgemeinschaft eingetreten war. Der Vater nannte zwei Schlüsselfaktoren, die damals die amerikanische maritime Umgebung besonders stark von der niederländischen unterschieden: den Einfluss starker Gewerkschaften und das in den Jones Act eingebettete Inlands-Kabotagesystem.
Von Skepsis zur Unterstützung
Der Vater des Autors war lange Zeit gegenüber Gewerkschaften unversöhnlich, gestützt auf seine eigene Erfahrung als Beschäftigter eines nicht gewerkschaftlich organisierten Reederei-Betriebs. Später milderte er seine Haltung ab: Er erkannte, dass Gewerkschaften unlautere Arbeitgeber zurückdrängen und die Bedingungen für fairen Wettbewerb angleichen können.
Seine Sicht auf den Jones Act änderte sich später aus einem anderen Grund. Nach seinen Angaben erscheint ihm dieses Instrument im Laufe der Zeit für die USA logisch und, auf den ersten Blick paradox, auch für die Welt insgesamt nützlich.
Warum die Frage umstritten bleibt
Der Autor stellt fest, dass über das Gesetz bereits seit mehr als hundert Jahren diskutiert wird. Formal wirkt die Idee simpel, doch sie provoziert regelmäßig scharfe Kritik, vor allem von Politikern, die aus seiner Sicht nicht immer die Folgen vollständig durchdringen. Im Beitrag wird John McCain erwähnt, der das Gesetz mit steigenden Preisen und eingeschränktem Wettbewerb auf Hawaii, Alaska und den US-Territorien in Verbindung brachte.
Der Autor betont zugleich, dass McCain die Frage der nationalen Sicherheit anerkannte, jedoch keine überzeugende Alternative zum bestehenden Kabotagemodell anbot.
Was passiert bei der Abschaffung
Im Text wird ein Gedankenexperiment durchgespielt: die Abschaffung des Jones Act. Nach Ansicht des Autors könnte dies kurzfristig die Transportkosten auf einzelnen Routen senken und dadurch die Einzelhandelspreise für Verbraucher etwas reduzieren. Als Beispiel wird Hawaii genannt, eine entlegene Route, bei der der Unterschied zwischen US-amerikanischen und ausländischen Flaggen besonders deutlich wird.
- Mindestens eine der im Beitrag genannten Extremberechnungen schätzt den Effekt des Jones Act auf die Lebenshaltungskosten der Hawaii-Bewohner auf plus 5 US-Dollar pro Tag.
- Das entspricht etwa 1.800 US-Dollar pro Person und Jahr.
Der Autor erinnert außerdem daran, dass man den Jones Act als die minimal restriktive Form der Kabotagebeschränkungen sehen kann: Im theoretischen Extremfall könnte das System bis hin zur Forderung ausgeweitet werden, dass Waren in den USA nur von Schiffen unter US-Flagge und in den USA gebauten Schiffen transportiert werden dürfen. Genau solche Extremvarianten erscheinen dem Autor unüberlegt und absurd, weshalb die Debatte meist auf die Suche nach einem Ausgleich zwischen Schutzgrad und ökonomischer Belastung hinausläuft.
Der Beitrag zeigt, dass die Jones-Act-Frage nach Ansicht des Autors weniger ein technisches Detail ist als vielmehr ein Test dafür, wie der Staat maritime Sicherheit, Transportkosten und die Rolle des Binnenmarkts in der nationalen Wirtschaft bewertet.