Kern der Initiative
Fidschi, Kiribati, Nauru, Palau, Tuvalu und Vanuatu haben Vorschläge für Änderungen am MARPOL-Anhang VI vorgelegt. Diese Vorschläge sollen offene Fragen im IMO Net-Zero Framework klären und die Einführung vorläufiger Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen durch Schiffe unterstützen.
Die Unterlagen werden auf der 22. Sitzung des International Working Group on Reduction of GHG Emissions from Ships (ISWG-GHG 22), die vom 1. bis 4. September stattfindet, vor der Sitzung MEPC 85 (30. November bis 3. Dezember) behandelt.
Schlüsselbestimmungen und Positionen
Nach Angaben der Mitinitiatoren bleibt der IMO Net-Zero Framework nach wie vor die realistischste Grundlage für eine einvernehmliche Lösung. Gleichzeitig wurde auf die Notwendigkeit eines starken wirtschaftlichen Mechanismus und eines IMO Net-Zero Fund als Bestandteil eines fairen und ausgewogenen Übergangs hingewiesen.
Welche Änderungen werden diskutiert
- Es wurden vier Varianten von Änderungen zu MARPOL Anhang VI zur Beratung vorgelegt.
- Drei davon behalten die Struktur der Ursprungsfassung des IMO Net-Zero Framework bei, ändern jedoch die Parameter für Anreize und erwartete Einnahmen.
- Die vierte Variante schließt die wirtschaftliche Komponente und verbindliche technische Anforderungen aus.
- Zusätzlich wurden zur Diskussion gestellt: Einnahmenfragen, Umsetzungsherausforderungen und Unterstützung für Entwicklungsländer, kleine Inselstaaten und am wenigsten entwickelte Länder.
Die Mitinitiatoren betonten, dass der angenommene Rahmen einen tragfähigen ökonomischen Baustein und einen integrierten IMO Net-Zero Fund unter Berücksichtigung des Ansatzes der IMO GHG Strategy (2023) enthalten müsse.
Sie forderten ISWG-GHG 22 und 23 auf, sich auf die Bewertung genau dieser vier Varianten zu konzentrieren, ohne neue politische Alternativen einzuführen, und die Arbeit an Umsetzungsrichtlinien zu beschleunigen, insbesondere zu den Fragen des Fonds.
Warnung und weiterer Kontext
Die Autoren warnten, dass die Nichtannahme vorläufiger Maßnahmen das Vertrauen in die IMO als globalen Emissionsregulator im Seeverkehr untergraben könnte.
Im zusätzlichen Kontext wurde erwähnt, dass Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate die IMO bereits aufgefordert haben, den vorgeschlagenen Rahmen zu überprüfen, da der aktuelle Ansatz nach ihrer Ansicht die Hochseeschifffahrt und Volkswirtschaften mit hoher Abhängigkeit vom Seehandel negativ beeinflussen könnte.