Chinesische Unternehmen, die auf dem Markt für Schiffsleasing tätig sind, gehen zu einer aktiviteren Finanzierung für europäische Schiffsbesitzer über und nutzen Malta als Rechtsordnung und Flagge für Bareboat-Charter-Geschäfte.
Was sich im Leasingmodell ändert
Nach den vorliegenden Unterlagen strukturieren die Unternehmen langfristige Chartergeschäfte über spezielle maltesische Strukturen, um die Risiken zu verringern, die unmittelbar mit Schiffen in Verbindung stehen, die direkt mit China assoziiert werden. Es geht nicht um eine Änderung des wirtschaftlichen Kerns der Transaktion, sondern um eine rechtliche und flaggenbezogene Zwischenschicht: Der formale Eigentümer kann eine chinesische Finanzinstitution bleiben, aber die Betriebsregeln, Besatzungsanforderungen und die Einhaltung von Umweltstandards werden an das maltesische System gebunden.
Dies soll laut den Unterlagen dazu beitragen, europäische Charterer, Frachtführer und Banken von der Risikoreduzierung bei Geschäften mit chinesischer Tonnage zu überzeugen und vereinfacht zugleich die Einhaltung bestimmter nationaler tonnagebezogener Steuerregime in EU-Ländern.
Warum gerade Malta
Malta wird wegen der Kombination aus Flagge, Steuersystem und verstärktem Gläubigerschutz attraktiv. Nach Änderungen im Merchant Shipping Act wurde das Instrument finance charter instrument (FCI) eingeführt, das auf Bareboat-Charter-Transaktionen zugeschnitten ist.
- Das FCI ermöglicht es, Charterrückstände und andere Zahlungsverpflichtungen als dingliche Sicherung festzuhalten, die unmittelbar mit dem unter maltesischer Flagge fahrenden Schiff verbunden ist.
- Im Fall eines Zahlungsausfalls oder der Insolvenz des Charterers erhält der Leasinggeber einen gesetzlichen Weg zur Wiedererlangung des tatsächlichen Eigentums am Schiff, und nicht nur eine vertragliche Absicherung.
- Das Instrument rangiert nach registrierten Hypotheken und bestimmten privilegierten maritimen Forderungen, bietet aber dennoch eine zusätzliche Schutzebene neben der grundlegenden Bankstruktur.
In den Materialien wird beschrieben, dass es damit den Strukturen leichter fällt, klassische Bankfinanzierung für ein Schiff aufzunehmen und zugleich die Interessen des Leasinggebers im Hinblick auf das Eigentumsrecht zu schützen.
Umfang und Beteiligte
Nach Angaben von VesselsValue werden rund 130 Schiffe unter maltesischer Flagge tatsächlich von chinesischen Unternehmen kontrolliert, wobei der Großteil auf Leasingeinrichtungen entfällt. Zu den genannten Vertretern gehören:
- Bank of Communications Financial Leasing
- ICBC Financial Leasing
- China Development Bank Financial Leasing
- China Merchants Bank Financial Leasing
Außerdem wird vermerkt, dass das erste Unternehmen, das das neue Instrument einsetzte, kurz nach Inkrafttreten der Gesetzesänderungen ein FCI für zwei maltesische Schiffe registriert hat.