Der Kern der neuen Digitalisierung in der Schifffahrt
Nach Angaben von Ben Palmer, Präsident von Viasat Commercial, wird die nächste Stufe der Digitalisierung in der Seeschifffahrt an messbarem Nutzen und Lösungen gemessen, die echte Probleme lösen, statt neue zu erzeugen.
Er stellte fest, dass sich in den letzten fünf Jahren die Erwartungen der Reeder schneller erhöht haben als viele Industrieunternehmen erwartet hatten, und dass die Branche sich nicht mehr auf Diskussionen über Abdeckung, Bandbreite und einzelne Netze beschränken kann.
Was sich bei den Erwartungen der Reeder konkret geändert hat
In dem Interview heißt es, dass Kunden zunehmend auf praktische Ergebnisse ausgerichtet sind: Das Schiff soll vernetzt sein, die Anwendungen müssen zuverlässig funktionieren, und die Besatzung soll eine benutzerfreundliche Arbeitsumgebung haben. Darüber hinaus erwarten sie vom Anbieter klare Verantwortlichkeit, wenn der Service nicht so funktioniert, wie er soll.
Palmer betonte außerdem, dass der Vergleich digitaler Möglichkeiten von Schiffen heute immer häufiger nicht mehr mit dem zu tun hat, was Schiffe vor einigen Jahren konnten, sondern mit dem, was Nutzer an Land gewohnt sind. Er sagte, dass Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen (LEO) das Verständnis dessen, was auf See möglich ist, erheblich erweitert haben und die steigenden Anforderungen an den täglichen Betrieb beschleunigt haben.
Der Viasat-Ansatz: Multi-Netz-Lösungen ohne unnötige Komplexität
In diesem Ansatz positioniert sich NexusWave als ein verwalteter, multi-Netz-on-demand-Service für maritime Konnektivität. Die Idee ist, dass das Schiff nicht selbst bestimmen muss, welches Netzwerk zu einem bestimmten Zeitpunkt für die Verbindungsqualität zuständig ist: Das ist Aufgabe des Anbieters.
Gleichzeitig warnt Palmer, dass die bloße Hinzufügung weiterer Netze nicht automatisch für Ausfallsicherheit sorgt. Eine mehrstufige Architektur ist nur dann wirklich nützlich, wenn sie die Betriebsstabilität erhöht.
Praktische Schlussfolgerung
Auch der Besitz mehrerer Satellitenkanäle bringt keinen Vorteil, wenn Übergänge zwischen Verträgen, Netzen und Geräten manuell bleiben und den Betrieb von Crew und Landteams verkomplizieren. In diesem Fall kann das Risiko nicht sinken, sondern sich in eine zusätzliche Ebene von Abhängigkeit und Fehleranfälligkeit verwandeln.