Die US-Küstenwache hat eine neue befristete Unterstützungsmaßnahme für einen Teil von Seefachkräften eingeführt, deren Unterlagen während der Wartezeit auf Verlängerung im National Maritime Center (NMC) abgelaufen sind. Es geht um eine vorübergehende 120-Tage-Erlaubnis unter bestimmten Bedingungen.
Wesentliche Inhalte der neuen Maßnahme
Nach den neuen Regeln kann geeigneten Seeleuten eine vorläufige Erlaubnis erteilt werden, mit einer nationalen Beschriftung des abgelaufenen Merchant Mariner Credential (MMC) weiterzuarbeiten, solange ihr Antrag auf Verlängerung geprüft wird.
Das bisher geltende weiter gefasste vorläufige Verlängerungsprogramm läuft am 31. August ab. Nach Angaben der Küstenwache werden diese allgemeinen Verlängerungen nicht verlängert.
Wer die 120 Tage erhalten kann
Die Verlängerung ist nur auf jene Fälle begrenzt, in denen:
- der MMC mit nationalen Eintragungen zwischen 1. Januar und 31. Juli 2026 abgelaufen ist;
- der Antrag auf Verlängerung vor Ablauf des Dokuments eingereicht wurde und nicht später als der 25. August;
- für den Antrag vom NMC der Bedarf an zusätzlichen Unterlagen oder Tests festgestellt wurde.
Wie die Bearbeitung abläuft
Für geeignete Anträge sendet das NMC ein Genehmigungsschreiben aus. Schiffsführer und andere Seeleute müssen gleichzeitig den abgelaufenen MMC und dieses Schreiben mitführen.
Ein solches Schreiben wird zusammen mit der NMC-Anfrage zur Einreichung zusätzlicher Unterlagen oder mit einem Genehmigungsschreiben zur Testung versendet.
Wichtig: Die 120-Tage-Frist ändert die bestehenden Fristen für die Einreichung von Nachweisen, das Ablegen von Tests und die Erfüllung anderer Anforderungen im Rahmen des Antrags nicht.
Beschränkungen und Endregelung
Die Maßnahme gilt nur für nationale MMC-Eintragungen. Sie betrifft nicht STCW-Eintragungen und medizinische Zertifikate.
Nach Ablauf der 120 Tage sind keine weiteren Verlängerungen oder gezielten Erleichterungen nach diesem Modell vorgesehen.
Kontext: wachsender Antragsstau
Diese Initiative ist ein weiterer Versuch, die Folgen der Verzögerungen bei der Dokumentenausstellung nach einer Unterbrechung der Bundesfinanzierung im Jahr 2026 abzufedern, während der der Betrieb des NMC ausgesetzt wurde und sich über 19.000 Anträge angesammelt haben.
Als die reguläre Arbeit des Zentrums im Mai wieder aufgenommen wurde, warnte die Küstenwache vor Bearbeitungszeiten von 8–12 Monaten. Anschließend wurde die Prognose im Juni auf 8 Monate und im Juli auf 4 Monate gesenkt, nachdem Schichten verstärkt, Ressourcen umverteilt und beschleunigte Bearbeitungsabläufe eingeführt wurden.