Große Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen verstärken die Integration von ESG-Faktoren in ihre Geschäftsmodelle: Dazu gehört die Digitalisierung der Berichterstattung, die Änderung der Investitionspolitiken und die Entwicklung von Methoden zur Überwachung von Klima- und sozialen Risiken.
Bis Ende 2025 stellen die Akteure des Versicherungs- und Rückversicherungsmarktes fest, dass das Augenmerk auf nichtfinanziellen Kennzahlen nicht mehr nur ein PR-Instrument ist, sondern Teil des operativen und Investitionsprozesses geworden ist: Unternehmen verstärken die Datensammlung, implementieren neue Kennzahlen und bereiten sich auf die verpflichtende Offenlegung von Kennzahlen in maschinenlesbarem Format vor, was die Transparenz und Vergleichbarkeit der Berichte erhöht.
Warum Unternehmen ihren Ansatz ändern
- Die Verschärfung der regulatorischen Anforderungen fördert die Automatisierung und Standardisierung der Berichterstattung: Regulierungsbehörden und Börsen bewegen sich in Richtung verpflichtender Offenlegung grundlegender ESG-Kennzahlen in einem analysierbaren Format, was die Belastung der internen Buchhaltungssysteme erhöht, aber das Vertrauen der Investoren stärkt.
- Wachsende Anforderungen von Investoren und Ratingagenturen drängen Versicherungsunternehmen dazu, unabhängige ESG-Ratings zu erhalten und diese an Kreditbewertungen zu koppeln, da das Vorhandensein qualitativ hochwertiger nichtfinanzieller Berichterstattung den Zugang zu den Kapitalmärkten erhöht.
- Die Herausforderungen des Klimawandels und soziale Risiken beeinflussen die Versicherungsverluste und die Bewertung von Rücklagen, weshalb die Integration von Klimaszenarien und Stresstests Teil des Underwritings und des Risikomanagements wird.
Praktische Schritte, die Unternehmen unternehmen
- Modernisierung der Überwachungs- und Berichtssysteme: Implementierung digitaler Werkzeuge zur Datensammlung über Emissionen, Verletzungen, Ressourcenverbrauch und andere nichtfinanzielle Kennzahlen.
- Anpassung der Investitionspolitiken: Erhöhung des Anteils an „grünen“ und sozial orientierten Vermögenswerten in den Portfolios und Einführung zusätzlicher Einschränkungen für Sektoren mit hohem ESG-Risiko.
- Erhalt und Nutzung externer ESG-Ratings zur Verbesserung der Rating-Transparenz und zur Unterstützung von Verhandlungen mit Investoren und Geschäftspartnern.
Welche Schwierigkeiten bleiben
- Die Fragmentierung und Inkompatibilität der aktuellen nichtfinanziellen Daten erschweren die Vergleichbarkeit der Kennzahlen zwischen Unternehmen und Regionen.
- Zusätzliche Kosten für die Implementierung von Buchhaltungssystemen und externen Expertenbewertungen sind insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen spürbar.
- Das Risiko eines „formalen“ Ansatzes bei Offenlegungen aufgrund des Fehlens eines einheitlichen internationalen Standards zwingt einige Marktteilnehmer dazu, eine tiefere Integration von ESG in ihre Strategie aufzuschieben.
Perspektiven
Experten erwarten, dass mit der Einführung einheitlicher Offenlegungsanforderungen und der Entwicklung nationaler Bewertungsmethoden für Nachhaltigkeit das Interesse an ESG-Instrumenten bestehen bleibt und wächst: Dies wird den Zugang zu neuen Finanzierungsquellen für diejenigen öffnen, die bereit sind, in Transparenz und die Verringerung von Klima- und sozialen Risiken zu investieren.
Kommentar für die Redaktion: Der Artikel basiert auf einer Zusammenfassung von Trends im Markt für nichtfinanzielle Berichterstattung und ESG-Transformationen im Finanzsektor; Daten zu einzelnen Unternehmen und regulatorischen Initiativen erfordern eine Überprüfung in den Originalquellen.